Bauliche Maßnahmen

Die Katholische Akademie in Bayern hat sich im Projekt Akademie 2020 das Ziel gesetzt, ihren Kohlendioxidausstoß im Vergleich zu 2001 um 70 Prozent zu senken. Den Verbrauch von Heizwärme wollen wir um 60 Prozent und damit ebenfalls sehr deutlich senken. Bereits mit dem Konzept Energie 2010, das dem Projekt Akademie 2020 vorausging, wurden wichtige bauliche Voraussetzungen geschaffen. Seit 2010 fördert zudem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) eine interdisziplinäre Grundlagenstudie zur Kohlendioxidvermeidung an der Katholischen Akademie mit einem Betrag von 125.000 Euro. Die Studie soll unter Berücksichtigung aller Faktoren und Gebäudeteile ein integrales Konzept für die nachhaltige Ausrichtung unseres Hauses liefern.

Energie 2010

Im Rahmen des Konzeptes Energie 2010 wurden zunächst folgende Umbaumaßnahmen umgesetzt:

  • Umbau und Sanierung der Großküche mit Einbau eines Energiemanagementsystems zur Reduzierung der Stromspitze von durchschnittlich 120 auf 80 kW.
  • Umbau der alten Heizanlage in eine hocheffiziente Energiezentrale (Blockheizkraftwerk, Brennwertkessel) mit moderner Gebäudeleittechnik, Einzelraumregelung sowie passiver Solarenergienutzung über die großen Glasflächen.
  • In der 2003 umgebauten Energiezentrale ist der Hauptenergieerzeuger ein wärmegeführtes Brennwert-Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 34 kW elektrischer und 78 kW thermischer Leistung. Hinzu kommt ein Brennwertkessel für die Spitzenlastzeiten von 370 kW mit modulierendem Brenner. Beide Geräte werden mit Erdgas betrieben. Dieser hocheffizienten Technik ist ein großer Teil unserer Energieeinsparung und CO2-Minderung zu verdanken.
  • Im Büro- und Gästebereich wurden die Verbundglasfenster durch Aluminiumfenster mit Wärmeschutzverglasung (U-Wert 1,1) ersetzt und die Rollokästen wärmegedämmt.
  • Ergänzend dazu wurde eine Photovoltaik-Anlage mit einer Maximalleistung von 6,7 kWp errichtet (gefördert durch die DBU).

2006

  • Erneuerung der Glasfassaden im Bereich des Vortragssaals und des Atriums des Kardinal Wendel Hauses (U-Wert dadurch von 2,8 auf 0,7 reduziert) und Einbau einer schalldämmenden Schiebetüranlage zwischen Vortragssaal und Atrium,
  • Senkung des Ölverbrauchs der veralteten Heizung im Schloss Suresnes um 20 Prozent gegenüber 2001 allein durch manuelle Regelung.

2007

  • Renovierung des Konferenzraums, der Bibliothek und des Clubraums im 1. Obergeschoss des Kardinal Wendel Hauses mit Erneuerung der Glasfassaden (U-Wert: 0,7); Ausrüstung der Glasdächer mit einem automatischen Verschattungssystem (Wärmelasten in den Räumen lassen sich im Sommer niedrig halten).
  • Bau einer Grundwasserkühlanlage, an die eine Teilklimaanlage mit Wärmerückgewinnung von Konferenzraum und Speisesaal angeschlossen wurde, mit der im Sommer die Zuluft zu den Räumen gekühlt wird. Mit der Grundwasserkühlung werden auch die Heiz- und Kühldecken im Speisesaal bzw. Fußbodenheizungen im Konferenzraum betrieben.
    Das für den Betrieb der Lüftungs-, Teilklima- und Kühlanlagen genutzte Grundwasser wird mit einem Saugbrunnen gefördert und kühlt im Wärmetauscher das Kühlsystemwasser. Das so eingesetzte Grundwasser wird über einen Schluckbrunnen in vollem Umfang wieder zurückgeführt. Unsere Gebäudeleittechnik steuert die Wassermenge (max. 15 m³/h) und überwacht und regelt die Temperatur (Delta T von 5° C) des zurückzuführenden Grundwassers. In den Grundwasserkreislauf wird mit der Anlage den Wassergesetzen entsprechend nicht eingegriffen.
    Saug- und Schluckbrunnen der Grundwasserkühlanlage sind so dimensioniert, dass in Zukunft weitere Anlagen im Haus (etwa im Vortragssaal) damit betrieben werden können. Die Anlage verbraucht gegenüber einer herkömmlichen elektrischen Klimaanlage ca. 80 Prozent weniger Energie.

2008

  • Im Küchenbereich wurde die Sanierung der Kühl- und Tiefkühlzellen durchgeführt. Die Kleinkälteanlage der neuen, effizienten Kühl- und Tiefkühlräume wird mit grundwassergekühlten Verflüssigern betrieben. Dadurch konnte auf die bisherige Be- und Entlüftung durch zwei große Drehstromventilatoren in der Lüftungs- und Kältezentrale verzichtet werden.

Akademie 2020

Parallel zu der von der DBU geförderten und noch nicht abgeschlossenen Studie wurden im Jahr 2012 bereits erste Maßnahmen des Projekts in die Tat umgesetzt:

  • Das Kardinal Wendel Haus wurde in seiner gesamten Gebäudehülle wärmegedämmt. Hierbei wurde viel Wert auf eine ökologische Ausrichtung der Baumaßnahme gelegt. Als Dämmstoff wurde ein vollmineralisches Material mit einer Stärke von 20cm verwendet. Ein solches Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) eignet sich für die Modernisierung, bei der wirkungsvoller Wärmeschutz mit einer ökologischen Bauweise verbunden werden soll. Alle verwendeten Materialien bestehen ausschließlich aus natürlichen und mineralischen Rohstoffen (mineralischer Dämmstoff, mineralische Armierungsschicht und ein mineralischer Oberputz). Vor die bereits 2004 sanierten Fenster der Dämmung wurde ein Lamellenfenster gesetzt, das individuell geöffnet werden kann. Durch diese Kastenfenster wird in den Gästezimmern mittels einer hochsensiblen Steuerung über den Badlüfter nachts Frischluft in die Gästezimmer gebracht.
  • Darüber hinaus wurden sämtliche Bäder saniert und eine Trinkwasser-Neuinstallation gemäß der Anforderungen der aktuellen Trinkwasserverordnung durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche, selten benutzte Stichleitungen stillgelegt. Gleichzeitig wurden die Abwasserleitungen sowie die verbrauchte Sanitärausstattung erneuert. Die Einstiegskanten der Duschtassen wurden deutlich gesenkt. Alle Bäder erhielten Heizkörper, die bislang nicht vorhanden waren, sowie unabhängige Ablüfter; die Zuluft wird durch Zuluftelemente in den Außenfenstern bzw. Rollokästen sichergestellt, so dass Schimmelschäden vermieden werden können.
  • Schließlich wurde im Viereckhof eine neue, gasbetriebene, außentemperaturgeführte Brennwert-Heizungsanlage installiert. Die bislang zentral organisierte Warmwasserversorgung wurde dadurch dezentralisiert und führt zu weiteren Energieeinsparungen. Derzeit wird der Bezug von Windgas als Primärenergie für die Heizungsanlage im Viereckhof geprüft.