Akademieveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit

In unterschiedlichen Angebotsbereichen unseres Programms werden verschiedene Facetten der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit diskutiert – ob direkt oder eher mittelbar. Uns ist es ein Anliegen, nicht zuletzt mit dem „Produkt Veranstaltung“ für die Idee der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Welche Fragen uns in den Jahren 2009 bis 2012 dabei besonders wichtig waren, können Sie auf den folgenden Seiten nachvollziehen.


2012

Wissenschaft für jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Urban Mining – Müll: Rohstoff der Zukunft?
14. November 2012

Die Ressourcen und Energieträger unserer Welt werden knapper und damit teurer. In den letzten Jahren rücken auch viele andere, für Industrienationen bedeutende Metalle und Mineralien in den Blickpunkt. Engpässe entstehen, weil die manchmal auf wenige Länder konzentrierten natürlichen Lagerstätten zur Neige gehen oder wenige, global operierende Konzerne den Markt beherrschen. Neben Ressourceneffzienz und Substitution durch andere Materialien wird es deshalb immer wichtiger, den Kreislauf der Rohstoffe zu verstetigen. So könnte auf Zukunft hin das Schürfen nach Eisen, Kupfer und Brennbarem in abgelagertem Hausmüll, nach Phosphor in deponiertem Klärschlamm oder nach seltenen Metallen in Bergbau- und Hüttenhalden lohnenswert werden. Der neue Begriff dafür: „Urban Mining“. Die drei Ziele des „Urban Mining“ wurden bei dieser Kooperationsveranstaltung der Katholischen Akademie in Bayern mit dem Deutschen Museum erläutert: 1) die Erschließung alter Müllkippen oder Abraumhalden als Bergwerk; 2) die intelligente Organisation der permanent anfallenden Abfallströme; 3) die Verwertung der in der gesamten Infrastruktur, in Wohnungen, Industriegebäuden oder Leitungsnetzen verbauten Werkstoffe, wenn die Gebäude früher oder später dem Abriss anheimfallen.

Kooperation mit Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Energetische Sanierung und Denkmalschutz – wie geht das zusammen?
29. Oktober 2012

Beides sind wichtige öffentliche Ziele: Umwelt- wie Klimaschutz einerseits und Denkmalschutz andererseits. Beide wollen Ressourcen schonen und Umwelt erhalten. Und doch werden beide nicht selten als Gegensatz erlebt, sogar erlitten. Umso wichtiger ist es, Ziele der Energieeinsparung und Belange der Denkmalpflege gegenseitig abzuwägen. Was aber heißt Nachhaltigkeit gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden, nicht zuletzt bei kirchlichen Bauten? Und umgekehrt, ist Denkmalpflege genügend offen für neue Formen der Energieeffizienz? Diese Fragen diskutierte ein gemeinsam von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Katholischen Akademie in Bayern konzipiertes Forum – in der Theorie und in der Praxis, nicht zuletzt am Beispiel des 1962 errichteten denkmalgeschützten Kardinal Wendel Hauses.

Fachforum Sozialethik
Finanzkrise – Staatsschuldenkrise – Eurokrise. Wo führt das hin?
28. März 2012

Mit dem ehemaligen Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, Prof. Dr. Franz-Christoph Zeitler, war am 28. März 2012 ein ausgewiesener Finanzexperte Referent beim Fachforum Sozialethik der Katholischen Akademie. Unter dem Titel „Finanzkrise – Staatsschuldenkrise – Eurokrise. Wo führt das hin?“ untersuchte er die anhaltende Krise in Europa und zeigte Vorteile und Gefahren möglicher Lösungswege dieser brisanten Problematik auf.

Wissenschaft für jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Ressourcenfieber: Seltene Erden und kritische Metalle
8. Februar 2012

Kaum ein Thema ist für das ressourcenarme Deutschland wichtiger als der Nachschub an Rohstoffen. Und es sind gerade die sogenannten „seltenen Erden“, die zunehmend an Bedeutung gewinnen – für die Herstellung elektronischer Geräte, Elektromotoren und Windrädern. In der Reihe „Wissenschaft für jedermann“, welche die Katholische Akademie und das Deutsche Museum organisieren, referierte am 8. Februar 2012 Andreas Manhart vom Freiburger Ökoinstitut vor rund 250 Zuhörern. Sein Vortrag mit dem Titel „Ressourcenfieber: Seltene Erden und kritische Metalle“ führte vor Augen, dass die seltenen Erden nicht in erster Linie rar sind, sondern ihre Gewinnung so kompliziert, dass sie dadurch zu einem knappen Gut und teuer werden.


2011

Wissenschaft für Jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Elektromobilität mit MUTE. Ein Auto für die Zukunft?
16. November 2011

Elektromobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen weltweit. Die Technische Universität München (TUM) startete mit ihrem Projekt MUTE (= engl.: stumm) ein ganzheitliches  Elektromobiliätskonzept samt dessen Anbindung an die Infrastruktur. Es vereint Innovationen aus Wissenschaft und Forschung von 21 Lehrstühlen der TUM. In ihrer Reihe „Wissenschaft für jedermann“ luden die Katholische Akademie und das Deutsche Museum am 16. November 2011 den Projektleiter, Diplomingenieur Patrick Stenner, zu einem Vortrag ein. Stenner skizzierte dabei vor mehr als 250 Zuhörern im Ehrensaal des Deutschen Museums die Grundideen des Konzepts.

Fachforum Sozialethik
Welche Werte schaffen Werte?
9. Februar 2011

Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, sprach am 9. Februar 2011 in der Akademie zum Thema „Welche Werte schaffen Werte?“ Vor den rund 150 Teilnehmern des Fachforums Sozialethik, Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und Wissenschaft, zeigte Löscher unter anderem drei Megatrends der Gegenwart auf, die seiner Ansicht nach besondere Herausforderungen darstellten: die demographische Entwicklung, die Urbanisierung und der Klimawandel.

Wissenschaft für Jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Strom aus der Wüste – die Lösung unserer Energieprobleme? Diskussion zum DESERTEC-Konzept
9. Februar 2011

Solarstrom in der heißen nordafrikanischen Wüste produzieren und dann über ein weit verzweigtes Leitungsnetz nach Europa transportieren: Das sind die Ziele von „DESERTEC“. Ernst Rauch, beim Versicherungskonzern Munich Re Chef der Abteilung für Klimaforschung, erklärte in seinem Referat zum einen die technischen Herausforderungen des Mammutprojekts. Rauch ging aber auch intensiv auf die politischen und gesellschaftlichen Implikationen ein, die das Stromprojekt mit sich bringen würden. Gerade die politischen Umbrüche in nordafrikanischen Ländern zeigten die Wichtigkeit dieser Überlegungen.


2010

Wohlstand durch Wachstum – ein Auslaufmodell?
26. November 2010

Wohlstand ist undenkbar ohne wirtschaftliches Wachstum: nur wenn es gelingt, das Bruttoinlandsprodukt immer wieder zu steigern, wird notwendiger Spielraum für Investitionen, die Sicherung der Arbeitsplätze und weitere Ausgestaltung des Sozialstaates geschaffen. So argumentieren die einen. Diese Position wird aber immer stärker in Frage gestellt – angesichts globaler ökonomischer, ökologischer und sozialer Krisen, hervorgerufen durch die Kehrseite solchen Denkens und Handelns, die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, gravierende Konsequenzen für die Umwelt und unzumutbare Belastungen der künftigen Generationen; dann fällt auch das Wort vom „Wachstumswahn“. Gibt es realistische alternative Formen verantwortlichen Wirtschaftens und Lebens für eine gesamte Gesellschaft? Und wer entscheidet mit welchen Kriterien, was wachsen soll und was nicht? Diese Fragen wurden bei der Veranstaltung „Wohlstand durch Wachstum – ein Auslaufmodell?“ kontrovers diskutiert.

Wissenschaft für Jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Lasst uns die Erde kühlen! Climate Engineering. Verantwortung, Risiko, Technikfolgen
10. November 2010

Aktiv Einfluss nehmen auf das Klima und die Erde mit technischen Mitteln kühlen: das ist der auf den ersten Blick fast verwegene Plan, den Wissenschaftler neuerdings verfolgen, die sich mit Climate Engineering befassen. Bei seinem Vortrag mit dem Titel „Lasst uns die Erde kühlen! Climate Engineering. Verantwortung, Risiko, Technikfolgen“ im Rahmen der Reihe „Wissenschaft für jedermann“ stellte Professor Armin Grunwald die denkbaren Techniken vor, sprach aber auch über die damit verbundenen Gefahren.

Klima- und Entwicklungspolitik. Zwischen Millenniums- und Klimagipfel
22. Oktober 2010

Der letztlich ohne Ergebnis gebliebene UN-Klimagipfel in Kopenhagen vom Dezember 2009, die vom 20. bis 22. September 2010 mit großem Medienecho bedachte Konferenz im mexikanischen Cancun – nur zwei von vielen geplanten Etappen auf dem Weg der Weltgemeinschaft, in Sachen Entwicklungshilfe und Klimaschutz entscheidende Schritte voranzukommen – eine Thematik, die zu Recht als „Jahrtausendthema“ bezeichnet wird. Die gemeinsame Veranstaltung von Misereor, Münchener Rück Stiftung, dem Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Philosophie München und der Katholischen Akademie in Bayern fragte im Rück- und Vorblick auf diese Konferenzen nach dem aktuellen Stand von Entwicklungshilfe und Klimaschutz. Auf Basis der damals in Berlin veröffentlichten Studie „Global aber gerecht: Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen“ wurden konkrete Vorschläge für eine Verknüpfung der beiden Bereiche präzisiert und diskutiert.

Fachforum Sozialethik
Lufthansa. Ein Weltkonzern zwischenwirtschaftlichen Notwendigkeiten und ethischen Anforderungen
28. September 2010

Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Lufthansa, ist Chef eines der wichtigsten Unternehmen in Deutschland und leitet einen Konzern, der weltweit tätig ist und sich mannigfaltigen Herausforderungen stellen muss. Der Mann aus der Wirtschaft war am 28. September 2010 bei einem Fachforum Sozialethik zu Gast in der Katholischen Akademie und stellte seinen Vortrag unter den Titel „Lufthansa. Ein Weltkonzern zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und ethischen Anforderungen“.

Fachforum Sozialethik
Wirtschaftsordnung – Entwicklungspolitik – Umweltverantwortung
23. April 2010

Immer wieder äußert sich die Kirche – oft sehr deutlich und fundiert – zu vielen Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft, kritisiert, mahnt Veränderungen an und zeigt auch Alternativen auf. Doch welche konkreten Lösungen kann die katholische Soziallehre für politische, gesellschaftliche und soziale Probleme bieten und wie kann sie sich Gehör verschaffen? Anhand von drei ausgewählten Feldern, der Wirtschaftsordnung, der Entwicklungspolitik und der Umweltverantwortung, stellten Experten in einem Fachforum Sozialethik am 23. April 2010 die jeweiligen Aussagen und die Relevanz der katholischen Soziallehre dar und diskutierten sie.


2009

Wissenschaft für Jedermann / Kooperation Deutsches Museum
Peak Oil. Das Ende der Wohlstandsgesellschaft?
Mittwoch, 11. November 2009

Als „Peak Oil“ wird der Zeitpunkt der maximalen Erdölförderung bezeichnet. Zugleich markiert er den Beginn einer kontinuierlichen Abnahme der weiteren Förderung. Die Frage, wann dieser Punkt erreicht wird, beschäftigt zahlreiche Menschen; doch ist die Antwort aus vielerlei Gründen schwierig, und die Meinungen hierzu gehen auseinander. Tatsächlich mehren sich jedoch Anzeichen, dass die Möglichkeiten einer künftigen Ausweitung der Erdölförderung begrenzt sind, oder dass das Fördermaximum sogar schon erreicht wurde. Äußerungen der Internationalen Energie Agentur (IEA) und anderer branchennaher Institutionen zeigen, dass man sich unter Fachleuten der Möglichkeit eines Fördermaximums zunehmend bewusst wird, und bisherige Prognosen nicht länger zutreffen. Ist schon die öffentliche allgemeine Diskussion über Formen künftiger Energieversorgung kontrovers, so werden die Positionen beim Thema „Peak Oil“ in besonderem Maße von Emotionen und unterschwelligen Ängsten überlagert, was eine Diskussion über die Konsequenzen reduzierter Erdölförderung deutlich erschwert; denn Annehmlichkeiten wie Fehlentwicklungen unserer „Wohlstandsgesellschaft“ beruhen zu einem großen Teil auf der Verfügbarkeit billigen Erdöls. Die teils apokalyptischen Aspekte in der Diskussion um „Peak Oil“ zeigen, wie mit einer kontinuierlichen Verknappung des Erdöls wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen einhergehen werden, an die sich zu gewöhnen vielen schwer fallen dürfte.

Fachforum Sozialethik
„Caritas in veritate.“ Impulse der Sozialenzyklika Papst Benedikts XVI. für die Erwachsenenbildung
Samstag, 19. September 2009

Die Sozialenzyklika Papst Benedikts XVI., „Caritas in veritate“, veröffentlicht am 6. Juli 2009, fand in der Öffentlichkeit großen Widerhall. Schon am 13. Juli kam, angeführt von Landtagspräsidentin Barbara Stamm, ein illustrer Kreis aus Politik und Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zu einem Fachforum Sozialethik in die Akademie, um das neue Lehrschreiben mit einem ausgewiesenen Fachmann in Fragen der Sozialethik zu reflektieren: Erzbischof Reinhard Marx. Als früherer Professor für christliche Sozialwissenschaft gelang es ihm, die zentralen Passagen der Enzyklika herauszuarbeiten, diese in ihrer Tragweite zu würdigen, aber auch offen gebliebene Aspekte zu benennen.

Kosten sparen – Welt bewahren. Nachhaltigkeit in Einrichtungen der Caritas in Bayern managen
Dienstag, 23. Juni 2009

Nachhaltigkeit – also die soziale, ökologische und ökonomische Perspektive – spannt den Bogen vom ökofairen Beschaffungswesen über Umweltmanagement bis zur ethischen Geldanlage. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten bei der Veranstaltung „Kosten sparen – Welt bewahren“ Knowhow darüber, wie sie freiwillige Umweltleistungen systematisch steigern und gleichzeitig im Betrieb die Kosten senken – zugunsten der Menschen, für die sie da sind.

Junge Akademie
GeldWert. Finanzkrise: Hintergründe, Konsequenzen, sozialethische Anfragen
Mittwoch, 27. Mai 2009

Die Finanzkrise erschreckt weiterhin und alle suchen Antworten auf die Frage, wie das geschehen konnte. Auch und vielleicht gerade junge Menschen fühlen sich bedroht und haben Angst um ihre Zukunft. Die Junge Akademie versuchte Antworten zu geben und lud am 27. Mai 2009 einen Banker und einen Sozialethiker ein, um die Finanzkrise aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Eine Gruppe sehr interessierter junger Teilnehmer kam zu der Tagung „GeldWert. Finanzkrise: Hintergründe, Konsequenzen, sozialethische Anfragen“ in die Akademie. Zwei kurze Vorträge und eine ausführliche Diskussion erhellten das Thema. Und das Überraschende: Banker und Sozialethiker stimmten in vielen Punkten überein.