Umweltauswirkungen

Direkte Umweltauswirkungen

Im täglichen Betrieb der Akademie entstehen direkte Umweltauswirkungen, die wir in unterschiedlichem Umfang steuern können. Die wichtigsten direkten Umweltauswirkungen stehen in Zusammenhang mit dem Verbrauch von Strom, Erdgas, Heizöl und Wasser. Die jeweiligen Gesamtverbräuche werden täglich erfasst und evaluiert, um Störungen sofort zu erkennen und zu beseitigen. Weitere wichtige direkte Umweltaspekte sind das Abfallaufkommen, die Lebensmittelbeschaffung sowie Papierverbrauch und Druckerzeugnisse. Die Postsendungen werden seit drei Jahren mit CO2-neutralen Briefumschlägen und mit der Deutschen Post GoGreen CO2-neutral versendet.

Strom

Die Katholische Akademie bezieht ihren Strom von der Naturstrom AG über den Rahmenvertrag der bayerischen (Erz-)Diözesen und erzeugt ihn teilweise selbst mit dem Blockheizkraftwerk (BHKW). Unser BHKW ist wärmegeführt, d.h. es arbeitet nur, wenn im Heizsystem Wärme benötigt wird. Die Naturstrom AG deckt nach eigenen Angaben 100 Prozent ihres Strombedarfs mit umweltfreundlichem Strom aus erneuerbaren Energien und achtet darauf, dass keine Atom- und Kohlekonzerne an den Erzeugungsanlagen beteiligt sind. Der Strom wird zum größten Teil aus Wind- und Wasserkraftanlagen in Deutschland erzeugt. Der mit dem BHKW erzeugte Strom, den wir nicht selbst verbrauchen, wird ins Netz der SWM rückgespeist; dies ist in der Regel nachts und an betriebsfreien Wochenenden der Fall. Der Strom unserer Photovoltaikanlage (6,7 kWp) wird ausschließlich ins Netz der SWM eingespeist und mit 54 Cent pro Kilowattstunde vergütet.

Kohlendioxid-Emissionen

Die CO2-Emissionen der Akademie entstehen hauptsächlich durch Wärmegewinnung. Der CO2- Anteil des Stromverbrauchs ist durch den Bezug von CO2-neutralem Strom im Hauptgebäude relativ gering. Lediglich im Schloss Suresnes wird noch konventioneller Strom verbraucht. Hier ist eine Anbindung an das Stromnetz des Haupthauses geplant. Die Akademie hat schon vor Jahren ihren PKW-Fuhrpark von drei auf ein Fahrzeug reduziert, mit dem in der Hauptsache Transportfahrten durchgeführt werden. Zum Fuhrpark gehört außerdem ein multifunktionaler Traktor (Hausmeisterei), der auch beim Winterdienst zum Einsatz kommt. Der dadurch entstehende CO2-Ausstoß ist in den vergangenen drei Jahren konstant mit ca. 2,5 Tonnen/Jahr zu veranschlagen. Dienstfahrten werden in der Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt und nicht vermeidbare Flugreisen erhalten einen CO2-Ausgleich. Der Park der Akademie ist zugleich auch unsere grüne Lunge. Rechnet man, dass jeder unserer Bäume pro Tag 6kg Kohlendioxid verbraucht (Wert: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.), entspricht dies bei unserem Baumbestand ca. 300 Tonnen CO2.

Wasser und Abwasser

Schon 2005 hatten wir vermutet, dass der damals relativ hohe Wasserverbrauch auf eine umfangreiche Bewässerung unserer Grünanlagen zurückzuführen sei. Der Einbau eigener Wasseruhren für diesen Bereich löste einen veränderten Umgang mit der Ressource Wasser aus: der Verbrauch für Bewässerung konnte erheblich reduziert werden. Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Effekt ist, dass wir anhand der „Gartenwasseruhren“ genau beziffern können, wie viel Wasser für die Grünanlagen verbraucht wird; hierfür fallen keine Abwassergebühren an. Der jetzt relativ konstante Wasserverbrauch hängt von den jeweiligen Hausbelegungen ab. Allein in unserer Wäscherei werden jährlich ca. 38 Tonnen Wäsche gewaschen.

Abfallaufkommen

Mit dem Drei-Tonnensystem des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM), ein kommunaler Eigenbetrieb der Stadt München, werden Restmüll, Papier und Kartonagen sowie Bioabfälle entsorgt und verwertet. Sondermüll (Leuchtstoffröhren, Lacke) können wir bei den Wertstoffhöfen des AWM kostenlos abliefern.

  • Das Restmüllaufkommen wird durch konsequentes Trennen auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten.
  • Speisereste werden über einen zertifizierten Betrieb nach dem Gesetz zur Beseitigung tierischer Nebenprodukte entsorgt. Die Inhalte der Fettabscheider werden über einen Fachentsorger einer Biogasanlage zugeführt.
  • Der vorhandene Leichtflüssigkeitsabscheider wird von einer zertifizierten Firma überwacht und einmal jährlich geleert. Die anfallenden Mengen sind so gering, dass sie nicht erfasst werden.
  • Die verbrauchten Tonerkartuschen und PC-Trommeln werden an die Hersteller zurückgesendet.
  • Für alle anderen wieder verwertbaren Abfälle steht eine Wertstofftonne (1,1 m3) einer privaten Entsorgungsfirma bereit, die vierzehntägig geleert wird.
  • Die Zahl der Mehrwegverpackungen konnte durch den Umstieg auf regionale Bioprodukte deutlich erhöht werden; Gemüse und Obst wird zum größten Teil in Mehrwegbehältern angeliefert.
  • Seit der Anschaffung eines Rasenmähroboters im Jahr 2006, der ohne Lärmbelästigung von Mai bis Oktober ständig unsere Rasenflächen auf Wunschhöhe hält, muss der Grasschnitt nicht mehr entsorgt werden; die millimeterkurzen Grasstücke, die sich schnell zersetzen, dienen als natürliches Düngemittel. Dadurch wurde unser Kompostaufkommen jährlich um 4 bis 5 m3 reduziert. Die restlichen Gartenabfälle, zum größten Teil Laub, werden seit 2008 nicht mehr auf unserem Gelände kompostiert, sondern einer Kompostieranlage zugeführt.
  • Für den Rasenmäher hat unser FÖJler 2010 sogar eine Solartankstelle konzipiert, weswegen der Rasenmäher selbst bei unseren Akademiegästen auf größtes Interesse stößt.
Stoff- und Energieströme

Die folgenden Grafiken bieten einen EInblick in die Stoff- und Energieströme der Akademie. Erfasst wurden alle Gebäude, die in unser Nachhaltigkeitsmanagement einbezogen sind.

Kraft-Wärme-Kopplung im Kardinal Wendel Haus

Kraft-Wärme-Kopplung im Kardinal Wendel Haus

Stoff- und Energieströme allgemein – Input

Stoff- und Energieströme allgemein – Input

Stoff- und Energieströme allgemein – Output

Stoff- und Energieströme allgemein – Output

Papierverbrauch und Druckerzeugnisse

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind durch unser Nachhaltigkeitsmanagement sensibilisiert und gehen mit Papier entsprechend sorgsam um. Die Teilnehmerlisten bei den Veranstaltungen werden seit Jahren auf Papier mit dem Label „Blauer Engel“ gedruckt. Alle anderen von uns verwendeten Papiersorten haben andere anerkannte Zertifizierungen. Aus den nicht benötigten einseitigen Arbeitsblättern werden Notizblöcke für die Mitarbeiter gefertigt. Unsere Druckereien sind nach den Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert und verwenden für unsere Druckerzeugnisse ausschließlich diese Papiere.

Lebensmittel-Beschaffung
Logo des Zertifikats "Tierschutz auf dem Teller"

Ende 2006 fiel die Entscheidung, bei der Lebensmittelbeschaffung das Bio-Segment zu erweitern. Die Zusammenarbeit mit den ausgewählten Lieferanten hat sich inzwischen bewährt. Neben der Qualität stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, sodass sich der finanzielle Mehraufwand für den Einkauf in gut vertretbaren Grenzen hält. Die Erfahrung lehrt aber auch, dass es nicht immer „bio“ sein muss. Wir bevorzugen grundsätzlich regionales Gemüse gegenüber importierter Bio-Ware. Zudem achten wir bei der Lebensmittelbeschaffung stark auf saisonale Angebote. Insgesamt haben wir in den vergangenen Jahren unser Bio-Angebot weiter ausgebaut und auf konstant hohem Qualitätslevel gehalten. Die Akademie ist seit 2007 „Bioland-Partner“. Im Juli 2007 wurde unsere Küche bio-zertifiziert: ABCert, eine akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft (DAR) mit Sitz in Augsburg, hat dabei überprüft, ob die Erzeugung bzw. Zubereitung ökologischer Lebensmittel den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung Nr. 2092/91 entspricht. Die Einhaltung dieser Standards wird in einem jährlichen Kontrollverfahren überwacht.

Seit 6. Februar 2009 besitzt unser Haus das Zertifikat „Tierschutz auf dem Teller“, das ein Projekt auf Initiative der Schweisfurth-Stiftung München und der Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirche in Bayern darstellt. Das Projekt verbindet Qualität und Genuss mit dem Anliegen, den Tierschutzgedanken in Hotellerie und Gastronomie sowie Klosterküchen und kirchlichen Einrichtungen bewusst zu machen und zu fördern. Das Zertifikat kann von einem Betrieb nicht selbständig erworben werden, sondern die Träger des Projekts suchen geeignete Betriebe aus, die eine Vereinbarungserklärung unterzeichnen und sich dazu verpflichten,

  1. mindestens 60 Prozent der tierischen Erzeugnisse aus ökologischer Tierhaltung anzubieten,
  2. auf tierquälerisch erzeugte Delikatessen zu verzichten und
  3. vegetarische Alternativen anzubieten.

Restaurants, die teils ökologische, teils konventionelle Waren beziehen, dokumentieren ihre Wareneingänge. Diese Aufstellung wird von einem Zertifizier ausgewertet. Betriebe, die bereits Bio-zertifiziert sind (nach EG-Öko-Verordnung oder den Richtlinien eines ökologischen Anbauverbandes), reichen eine entsprechende Bescheinigung des betriebseigenen Kontrolleurs ein. Nach der Zertifizierung wird alle zwei Jahre die Einhaltung der Kriterien erneut überprüft.

Aufgrund der genannten Zertifikate und Maßnahmen im Umgang mit Lebensmitteln und deren Verarbeitung wurde der Hauswirtschaft und der Küche der Katholischen Akademie in Bayern die besondere Auszeichnung zuteil, für einige Tage das sogenannte „Gläserne Restaurant“ auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München zu bewirten, das in dieser Zeit von ca. 1000 Gästen besucht wurde.

Außenanlagen
Lageplan der Katholischen Akademie in Bayern
Lageplan der Katholischen Akademie in Bayern

Die von der Akademie genutzten Gebäude sind um den rund 10.000 Quadratmeter großen Park gruppiert, der zum Anwesen Werneckstraße 24 (Schloss Suresnes) gehört. Die Parkanlage vereint Elemente von Barock- und Landschaftsgarten mit altem Bestand heimischer Laubbäume, ergänzt durch Hecken und Sträucher. Viereck- und Kötterlhof sowie Kardinal Wendel Haus umschließen weitere kleine Grünflächen mit Hecken und Rosenstöcken; nur hier kommen in unerlässlichem Umfang Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz. Von den unbebauten Flächen ist nur der Innenhof des Kardinal Wendel Hauses versiegelt. Die Planung zur Entsiegelung dieser Fläche hat begonnen. Für die Pflege der Außenanlagen werden zum Teil Maschinen eingesetzt. Die Einsatzstunden der Maschinen (Multifunktionstraktor) wurden seit der Anschaffung eines Rasenmäh-Roboters wesentlich reduziert. Die Nutzung dieses Gerätes führte auch zu einer Minderung der Lärmbelastung. Damit tragen wir der Gegebenheit Rechnung, dass die Akademie inmitten eines Wohngebietes liegt. Unser Multifunktionstraktor kommt auch beim Winterdienst vor unseren Gebäuden zum Einsatz. Gemäß kommunaler Verordnung setzen wir dabei kein Streusalz ein.

Indirekte Umweltauswirkungen

Unsere indirekten Umweltauswirkungen resultieren im Wesentlichen aus folgenden Aspekten:

  1. Emissionen durch An-/Abreise von Teilnehmenden und Fahrten von Beschäftigten zum/vom Arbeitsplatz
  2. Lieferungen zu und Leistungen auf unserem Gelände
  3. Inhaltliche Arbeit und Umweltkommunikation (siehe Veranstaltungen und Projekte)
Emissionen

Die genannten Aspekte können wir nur bedingt beeinflussen. Das gilt insbesondere für die Emissionen, die durch Fahrten zur und von der Akademie entstehen. Es fällt auf, dass der Anteil der Beschäftigten, die für die Fahrten zum Arbeitsplatz auf einen PKW angewiesen sind, nur bei rund 7  Prozent liegt. Dieser günstige Wert beruht zum einen auf der guten Anbindung der Akademie an den öffentlichen Nahverkehr; zum anderen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz teilweise per Fahrrad oder zu Fuß erreichen. Über die An- und Abreise von Teilnehmenden zu Akademie- und Gastveranstaltungen liegen uns bislang keine belastbaren Zahlen vor. Die Anreise per PKW wird jedoch schon dadurch begrenzt, dass auf dem bzw. um das Akademiegelände kaum Parkflächen zur Verfügung stehen. Auf die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wurde schon hingewiesen.

Lieferantenbewertung

2012 bewerteten wir in einem umfangreichen Prozess unsere zentralen Lieferanten und Dienstleister nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien. Diese Bewertung erfolgte im Rahmen eines Fragebogens, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfüllten, die mit den entsprechenden Lieferanten/Dienstleistern in Kontakt stehen. In das Formular war zunächst der Name des Unternehmens, der Zeitpunkt des Beginns der Zusammenarbeit mit der Akademie und möglicherweise bereits vorliegende Zertifizierungen des Unternehmens (Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, o.ä.) einzutragen. Mit Hilfe einer Skala, welche die Noten A (= sehr gut), B (= gut), C (= schlecht), D (= mangelhaft) und X (= keine Bewertung) enthielt, sollte zunächst eine Gesamtbewertung vorgenommen werden, sodann eine Bewertung der folgenden Einzelkriterien:

  • Transparenz des Angebots
  • Kundenfreundliche Öffnungszeiten
  • Erreichbarkeit per Telefon
  • Erreichbarkeit per Email
  • Konstante Ansprechperson
  • Freundlichkeit der Mitarbeiter
  • Reaktionsdauer / Bearbeitungszeit bei Anfragen o.ä.
  • Flexibilität bzgl. gestellter Anforderungen
  • Umsetzung der Vereinbarungen
  • Kundenfreundliche Zahlungsbedingungen
  • Höhe des Preises
  • Rabattangebote
  • Pünktlichkeit der Lieferung
  • Vollständigkeit der Lieferung
  • Qualität der Produkte / Lieferungen
  • Ausfälle innerhalb der Garantiezeit
  • Umgang mit Reklamationen: Bearbeitungszeit
  • Umgang mit Reklamationen: Korrekturmaßnahmen
  • Umweltfreundlichkeit der Verpackungen / verwendeten Materialien (nachwachsende Rohstoffe, reduzierte Verpackung)
  • Verwendung von Mehrwegverpackungssystemen
  • Entstehende Abfallmenge durch Dienstleistung bzw. Gebrauch des Produktes
  • Recyclebarkeit der Produkte bzw. des anfallenden Abfalls
  • Beachtung von Regionalität in Herstellung und Absatz der angebotenen Produkte / Dienstleistungen
  • Umweltfreundlichkeit des Transports der Produkte / Dienstleistungen (Nutzung energiesparender Transportwege, Nutzung emissionsarmer Pkw/Lkw o.ä.)

Die Bewertung wird jährlich wiederholt und dokumentiert, sodass auch Entwicklungen in der Bewertung nachvollzogen werden können. Bei dauerhaft schlechter Bewertung wird auf alternative Lieferanten / Dienstleister zurückgegriffen. Dabei sind uns nicht nur ökonomische Aspekte wichtig, sondern auch die Einhaltung ökologischer und sozialer Kriterien.