Wirtschaftliche Aspekte

Ertrags- und Aufwandsstruktur

Die Katholische Akademie ist ein Ort intellektuell verantworteter Präsenz von Kirche in der Gesellschaft. Die bayerischen Bistümer und Erzbistümer lassen sich ihre Akademie deshalb etwas kosten. Die Förderung aus dem „Überdiözesanen Fonds“ (ÜdF), dem Finanzverbund zur Unterstützung gemeinsamer Aufgaben der katholischen Kirche in Bayern, ist die wichtigste finanzielle Basis unserer Arbeit. Der Zuschuss aus dem ÜdF ist – nach Kürzungen in den Jahren 2004 und 2005 – seit 2006 stabil bzw. wurde leicht angehoben. Die negative demographische Entwicklung und der Rückgang an Kirchenmitgliedern lassen nicht auf eine dauerhafte Verbesserung der gesamtkirchlichen finanziellen Rahmenbedingungen hoffen. In den letzten Jahren konnten wir den Anteil der eigenerwirtschafteten Erträge an den Gesamterträgen konstant halten. Dabei spielten eine stabile Anzahl von Gastveranstaltungen und die Beibehaltung der Preise für verstärkt biologisch ausgerichtete Verpflegung sowie für Übernachtung eine bedeutende Rolle, aber auch die konstante Anpassung der Teilnehmerbeiträge zu unseren eigenen Veranstaltungen. Weil wir der Erhöhung der eigenerwirtschafteten Erträge in Zukunft wachsende Bedeutung beimessen, haben wir uns zum Ziel gesetzt, vermehrt Gastveranstalter für das Kardinal Wendel Haus zu gewinnen und die Zahl der Übernachtungsgäste zu steigern. Dieses Ziel ist allerdings sowohl durch die personellen Ressourcen wie auch den Satzungsauftrag der Akademie begrenzt.

Ergänzend dazu bleiben wir auf dem bereits 2001 eingeschlagenen Weg, unsere laufenden Aufwendungen für Energie und Wasser durch Investitionen in ressourcenschonende Anlagen und Techniken nachhaltig zu verringern. Damit begegnen wir wohl am besten den langfristig steigenden Preisen auf dem Energiesektor. Der Personalaufwand ist von 2008 bis 2011 angestiegen, da sich der Arbeitsumfang und die Anforderungen in allen Bereichen und Positionen des Hauses gesteigert haben. Es ist uns dadurch gelungen, eine zu starke Mehrbelastung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermeiden.

Finanzplanung und Jahresabschluss

Die Akademie darf langfristig mit Zuschüssen der sie tragenden bayerischen (Erz-)Bistümer sowie des Freistaats Bayern rechnen. Damit ist ihre grundsätzliche finanzielle Absicherung gewährleistet. Auf Basis der jährlich festgelegten Zuschüsse ist eine solide Haushaltsplanung möglich. Der Haushalt wird von der Akademieleitung verabschiedet. Die Buchhaltung und der Jahresabschluss der Akademie wird nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgelegten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kontrolliert. Für jedes Haushaltsjahr wird, obwohl die Akademie als kirchliche Stiftung gesetzlich hierzu nicht verpflichtet wäre, eine testierte Bilanz vorgelegt. Auch diese stellt jeweils eine wichtige Grundlage für die Haushaltsplanung im Folgejahr dar.

Kapitalanlagen

Da wir uns der Verantwortung im Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen bewusst sind, legen wir im „magischen Dreieck“ aus Rendite, Sicherheit und Liquidität weniger Wert auf die Rendite als auf die Sicherheit der jeweiligen Geldanlagen. Das Depot der Akademie enthält deshalb ausschließlich risikoarme Wertpapiere sowie einen nachhaltigen Garantie- und einen von kirchlichen Banken editierten Euro-Rentenfonds. Dies hat sich nicht zuletzt angesichts der aktuellen Finanzkrise bewährt.

Bei der Entscheidung für konkrete Wertpapiere ist es uns ein Anliegen, aus den verfügbaren Emittenten diejenigen auszuwählen, die unter ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten auf ein möglichst nachhaltiges Wirtschaften schließen lassen. Dabei haben wir zwar keinen Einblick in die Geschäfts- und Anlagepraktiken der einzelnen Emittenten. Wir können deshalb nicht mit Gewissheit davon ausgehen, dass unser Portfolio in dem Sinne nachhaltig ist, dass es (indirekt) positive Effekte für Mensch und Natur bewirkt. Dennoch sehen wir uns auch bei den Kapitalanlagen auf einem guten Weg: Schon heute unterstützen wir von vornherein keine Emittenten, die offensichtlich für ethisch, sozial, ökologisch und/oder gesundheitlich nicht vertretbare Produkte, Dienstleistungen und Geschäftspraktiken stehen. Die für uns wichtigsten Ausschlusskriterien sind Geschäftsfelder wie Abtreibung, Gentechnik, Glücksspiel, Pornographie, Rüstung und Tabakverarbeitung sowie kontroverse Geschäftspraktiken, die z. B. Tierversuche, Kinderarbeit und andere schwerwiegende Verletzungen von (Arbeits-)Rechtsstandards einschließen.

Freunde und Gönner der Katholischen Akademie in Bayern e.V.

Der Verein „Freunde und Gönner der Katholischen Akademie in Bayern“ hat sich die ideelle und wirtschaftliche Förderung der Akademie zur Aufgabe gestellt. Die Akademie ist mit der Verwaltung der Mitgliedsbeiträge und Spenden betraut. Veranstaltungen außerhalb des regulären Bildungsbetriebs der Akademie, wie z. B. der Festliche Abend an Fronleichnam oder das Nachbarschaftsfest „Altschwabinger Sommerausklang“, wären nicht ohne finanzielle Unterstützung des Vereins der Freunde und Gönner möglich. Die Bedeutung unseres Fördervereins zeigt sich zudem in der Bezuschussung der Arbeit mit Studierenden im Rahmen der Jungen Akademie, der Kunstausstellungen sowie der Veranstaltungen mit Referenten, die aus dem Ausland anreisen.